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Dienstag, Juli 10, 2018

Wie du garantiert Frust erntest

Wie du garantiert Frust erntest

„Ich bin so enttäuscht – das habe ich mir ganz anders vorgestellt!“ 
das liebste „Mimimi“ unbewusster Menschen, die geflissentlich ihre Opferhaltung zu pflegen gedenken. 

Wie eine dumpfe Fliege klatscht du gegen die Scheiben deiner hausgemachten Täuschung, meist jedoch ohne daraus die Erkenntnis zu ziehen, dass der sicherste Weg zur Enttäuschung fixe Vorstellungen davon sind, wie etwas zu sein hat. 

Immer wieder malst du dir etwas in deinen Farben aus, bevor es überhaupt stattgefunden hat. 
Und das tust du aus der Arroganz heraus zu glauben, das Leben bereits zu kennen. 
Du glaubst zu wissen, was kommen wird oder wie etwas zu sein hat, und bastelst dir aus dieser überheblichen Geisteshaltung deine fixen Vorstellungen von einer Sache, einem Menschen oder einem Ereignis. 
Du nimmst durch das, was du dir fix vorstellst, dem Leben etwas vorweg, indem du dir ein Bildnis oder Gleichnis schaffst von etwas, das wesentlich größer und weiser ist als du. 

Das Leben aber schert sich nicht um deine Vorstellungen. 
Sie sind ihm vollkommen gleich. 
Es findet einfach statt – mit oder ohne deinem Einverständnis. 
Es ereignet sich stets das, was sich ereignen soll, 
ganz gleich, ob du dir das zuvor so ausgemalt hast oder nicht.

Wenn du also richtig frustriert sein möchtest, dann habe konkrete Vorstellungen von einer Sache, einem Menschen oder einem Ereignis. Klammere dich fest an das, was du dir im Vorfeld ausgemalt hast, und voilà – Enttäuschung!

Und das Gute an deinen fixen Vorstellungen, 
ie im Grunde nichts anderes als Vorurteile gegenüber einer Sache, einem Menschen oder einem Ereignis darstellen, ist, dass du dir hinterher, weil es anders kam als du dachtest, wieder mal so richtig schön selbst leid tun kannst. Dann kannst du ein weiteres Mal in deinem Leben jammern und zetern und mit anklagendem Finger auf diese Sache, diesen Menschen oder dieses Ereignis deuten, dein Däumchen in den Mund stecken und dich der Ansicht hingeben, alle Welt wäre gegen dich. So kannst du dich wieder hübsch darin bestätigt fühlen, immer nur Pech zu haben.

Wenn du also Frust suchst, dann habe fixe Vorstellungen – Erfolg garantiert!



Chris Müller

Montag, Juli 28, 2014

Grimm und Groll - Eckhart Tolle

Grimm und Groll

Klagen ist zwar oft mit der Empfindung der Verärgerung verbunden, aber es kann auch von stärkeren Emotionen wie Wut und anderen Formen des Aufgebrachtseins begleitet werden. So lädt es sich energetisch stärker auf. Dann verwandelt es sich in Grimm, der ebenfalls wieder der Selbststärkung des Ego dient. Viele warten immer nur auf etwas, das eine negative Reaktion bei ihnen herausfordert, sie stört und ärgert, und es dauert selten lange, bis es so weit ist. »Das ist eine Schande«, sagen sie, »wie kann man bloß …« »Das ärgert mich.« Sie sind ebenso süchtig danach, sich aufzuregen und zu ärgern, wie andere nach Rauschdrogen. Indem sie negativ auf dies und das reagieren, bringen sie ihr Ichgefühl zum Ausdruck und stärken es.

Lang anhaltender Ärger wird als Groll bezeichnet. Einen Groll zu hegen heißt, ständig »gegen« etwas zu sein, und daher hat das Grollen bei vielen Menschen einen bedeutenden Anteil am Ego. Kollektiver Groll kann jahrhundertelang in der Psyche eines Volkes oder Stammes überdauern und einen nie endenden Kreislauf der Gewalt nähren.

Groll ist eine starke negative Empfindung, die mit einem manchmal weit zurückliegenden Ereignis aus der Vergangenheit verknüpft ist und die durch zwanghaftes Denken daran, »was jemand mir angetan hat« oder »was jemand uns angetan hat«, also durch ständiges Wiederabspulen einer Geschichte im Kopf, am Leben erhalten wird.

Groll hat auch schädliche Auswirkungen auf andere Lebensbereiche.
Wenn du zum Beispiel gerade Groll empfindest und daran denkst, kann diese negative emotionale Energie deine Wahrnehmung von einem Ereignis, das im Moment geschieht, verzerren oder die Art und Weise beeinflussen, wie du mit jemandem sprichst oder umgehst. Groll aus einem einzigen Grund genügt, um große Teile deines Lebens zu vergiften und dafür zu sorgen, dass dich das Ego fest im Griff hat.

Du musst ehrlich sein, um erkennen zu können, ob du einen alten Groll hegst, ob du irgendjemandem in deinem Leben, einem »Feind«, noch immer nicht ganz vergeben hast. Wenn du ans Werk gehst, musst du dir den Groll sowohl auf der mentalen als auch auf der emotionalen Ebene bewusst machen; achte deshalb auf die Gedanken, die ihn nähren, und spüre den Empfindungen nach, mit denen der Körper auf diese Gedanken reagiert.

Versuch nicht, vom Grollen abzulassen.
Der
Versuch, davon loszukommen und zu vergeben, bringt nichts. Vergebung geschieht ganz von selbst, sobald du einsiehst, dass das Grollen keinen anderen Zweck hat, als ein falsches Selbstgefühl zu stärken und dem Ego zu dienen. Diese Einsicht ist befreiend. Wenn Jesus sagt: »Liebet eure Feinde«, geht es im Wesentlichen um die Auflösung einer der Haupt-Egostrukturen im menschlichen Geist.
Die Vergangenheit hat keine Macht über dich, sie kann dich nicht davon abhalten, jetzt präsent zu sein. Und was ist Groll denn schon? Eine Altlast von Gedanken und Emotionen.

Eckhart Tolle - Eine neue Erde



Samstag, März 10, 2012

Spiegel Online Wissenschaft - PTBS - Gefangen im Alptraum


Gefangen im Alptraum


großer Bericht in Spiegel Online Wissenschaft 10.3.2012 - PTBS

Die PTBS ist zu einem gesamt­gesell­schaft­lichen Problem geworden.

Folter, Krieg, Vergewaltigung: PTBS tritt häufig nach extrem belastenden Erlebnissen auf.
Die Betroffenen durch­leben das traumatische Ereignis in ihrer Erinnerung immer wieder. 
Steigende Kriegseinsätze weltweit erhöhen die Zahlen von Traumati­sier­ten. 

Der Krieg zerstört die Psyche von Soldaten: 
Manche werden zu Mördern oder Selbstmördern, viele zu seelischen Krüppeln.
Das belegen jetzt enthüllte Protokolle des US-Militärs.


Deutschland - Bundeswehr
Sie waren im Kosovo und in Afghanistan, sie haben ihr Leben für Deutschland riskiert.
Sie kehren zurück und werden das Erlebte nicht mehr los. 


Deutschland - 1. + 2. Weltkrieg

Die Alpträume der Soldaten leben als Erbe in den "Kriegs-Enkeln " weiter.
Erschreckend ist die Anzahl der " Demenz-Erkrankten".
Selbst nach nun 98 Jahren lassen sich PTBS noch nachweisen.

Bei Fragen bin ich gerne für Sie da.

Gerda Schwaer